Busbegleiter
Busbegleiter - BAS – Busbegleiter Altensteiger Schulen
Besonders hervorzuheben sind im präventiven Bereich die Busbegleiter Altensteiger Schulen. In diesem Kooperationsprojekt der Altensteiger Schulen engagieren sich Schülerinnen und Schüler als Busbegleiter, die eine längere Ausbildung bei der Polizei absolviert haben und übernehmen Verantwortung für das reibungslose Miteinander im täglichen Busbetrieb. Soziales Engagement, Verantwortung, in kritischen Momenten nicht wegschauen - all das und noch vieles mehr, übernehmen die Busbegleiter mit ihrer täglichen Arbeit.
Projektbeginn und –verlauf
Im ländlich geprägten Raum Altensteig gehört Busfahren für viele von den 2200 Schüler zum schulischen Alltag. Nach Angaben der beteiligten Busunternehmen sind es täglich mehr als 1200 Schüler, die von Ihnen transportiert werden. Die Fahrt- und Wartezeiten summieren sich dabei schnell auf bis zu zwei Stunden pro Tag. In diesen Zeiten und bei der Anzahl der zu transportierenden Schüler kommt es natürlich auch immer wieder zu Konflikten, Sachbeschädigungen und zu Unruhe auf dem Schulweg bzw. auf dem Weg nach Hause.
Um diesen Umständen zu begegnen und Lösungen zu finden, gab es erstmalig im Juli 2007 eine Informationsveranstaltung für alle Altensteiger Schulen. Die Polizei berichtete über den Einsatz von Busbegleitern an anderen Standorten. Die Darstellung der Maßnahmen war so vielversprechend, dass die Altensteiger Schulen sich gemeinsam auf den Weg machten, um eine Umsetzung vor Ort zu realisieren. Dabei stand das „Wir“ aller Beteiligten von Anfang an im Mittelpunkt, steigen doch GS, FöS und Gymnasium an einer zentralen Haltestelle aus bzw. wieder ein, genauso wie RS und HS, vor ihrem Schulgelände. Eine Vernetzung war also unbedingt notwendig.
Zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 begannen die Vorarbeiten – es gab viele Sitzungen mit allen Projektbeteiligten und der klaren Zielvorstellung: Ausbildung von Busbegleitern noch im laufenden Schuljahr. Die zweite Zielvorgabe war, eine breite Grundlage zu schaffen (also möglichst viele Busbegleiter auszubilden) und alle Busschüler auf der Grundlage von Ausbildungspapieren zu schulen.
An folgenden Terminen: 12./13.03.2008, 10./11.04.2008 und 17./18.04.2008 wurden dann in drei Schulungsblöcken die ersten 75 Busbegleiter ausgebildet. In einem parallelen Zeitfenster (03.03. – 14.03.2008) erhielten alle Busschüler aller Schulen eine entsprechende Schulung durch Polizei, Busunternehmen und Schulen vor Ort, in den Bussen bzw. an den Einstiegsstellen.
Nach den Pfingstferien 2008 begann dann der reale Einsatz der Busbegleiter. Seither läuft das Projekt BAS mit großem Erfolg und bei voller Zufriedenheit aller Beteiligten. Weitere 30 (2009), 40 (2010), 45 Busbegleiter (2011) sind ausgebildet worden.
Für die Teilnahme waren folgende Aspekte entscheidend.
Das Erlernen von Verantwortung und der Einsatz für die Gemeinschaft waren wichtige Kriterien. Aber auch die Tatsache, dass bei erfolgreicher Ausbildung und ausdauerndem Einsatz von mindestens einem Schuljahr ein entsprechendes Zertifikat und ein Eintrag im Zeugnis erfolgen, war für die beteiligten Schüler ein Anreiz, ebenso auch der jährliche Ausflug (Kletterpark; Kanufahrt), der erneut zur Teamfähigkeit beitrug.
Seit dem Schuljahr 2009 werden interessierte Schüler ganz gezielt durch die betreuenden Lehrer angesprochen und ggf. ausgebildet.
Die Beteiligten
Das BAS-Projekt ist in seiner Form einzigartig, da es schulartübergreifend und für alle Schulen eines Schulträgers initiiert wurde. Aus diesem Grund sind viele verschiedene Institutionen am Projekt beteiligt:
Die Polizei, federführend vertreten durch Herrn PHM Helmling – er verantwortet die inhaltliche Seite der Ausbildung.
Die Firmengruppe Rübenacker – sie stellt Fahrer, Busse und den Betriebshof sowie ein Mitglied der Fahrdienstleitung für die Ausbildung zur Verfügung.
Alle beteiligten Schulen haben jeweils zwei verantwortliche BAS-Lehrer, welche die Schüler im Alltag betreuen und begleiten (Sprechstunde, regelmäßige Treffen) und bei der Ausbildung regelmäßig und intensiv mitarbeiten.
Der geschäftsführende Schulleiter von Altensteig, Herr Sitzler, verantwortet die organisatorische Seite des BAS-Projekts. Er koordiniert das Projekt und stellt die notwendigen Kontakte her.
Der Stadt Altensteig, die als Schulträger die Ausbildung durch Räumlichkeiten (Bürgersaal), Verpflegung und Logistik unterstützt.
Sponsoren/Unterstützern, hierzu zählen v.a. die Bezirksvereinigung der Volksbanken/Raiffeisenbanken im Kreis Calw (Bezahlung der gelben BAS Westen und des Jahresausflugs) und die Landesverkehrswacht (bei der Entwicklung eines Flyers und das zur Verfügung stellen der Schulbusbegleiter-Schlüsselanhänger).
Die Ausbildung
Die BAS-Ausbildung geht stets über zwei volle Tage. Innerhalb der Busbegleiter-Ausbildung werden dabei Schwerpunkte gesetzt, vor allem Im Bereich der Teamfähigkeit, der Konfliktlösefähigkeit und im Bereich des selbstsicheren Auftretens, aber auch rechtliche und organisatorische Aspekte werden behandelt. Die Ausbildung endet stets mit einer zentralen Veranstaltung, bei der auch Vertreter von Presse, Sponsoren, Schulträger und Projektbeteiligte eingeladen und die neuen Busbegleiter offiziell in ihr Amt eingesetzt werden.
Kooperation der benachbarten Schulen / Fortführung in den Folgejahren
Die Kooperation unter allen beteiligten Schulen läuft sehr gut. Durch die gemeinsame Ausbildung, den Jahresausflug und regelmäßige Treffen bzw. Nachschulungen (z.B. zu Beginn des Schuljahres oder im Nachgang der zentralen Veranstaltung zur Amtseinsetzung) ist ein echtes Netzwerk entstanden.
Die Schüler der Grundschule und der Förderschule erhalten weiterhin jährlich eine Einführung in das Verhalten im Bus sowie über Schulbussicherheit. Vor allem die jeweiligen Schulanfänger, aber auch die neuen Schüler der fünften Klassen aller weiterführenden Schulen werden jeweils geschult.
Ergebnisse
Das Projekt BAS jährt sich zum vierten Mal – die Nachhaltigkeit ist damit eindeutig gegeben, auch im Hinblick auf die beiden zentralen Erfolge:
[Deutlicher Rückgang der Sachbeschädigungen und Konflikte damit einhergehend:
[Mehr Ruhe und Zufriedenheit beim Schülertransport aus Sicht der Schüler, Eltern, Lehrer und Busfahrer.
Jährlicher BAS-Rhythmus:
Ausbildung im März/April.
Einsetzung der Busbegleiter vor den Pfingstferien.
„Probezeit“ bis zu den Sommerferien.
Jahresausflug vor den Sommerferien.
1. Schulwoche im neuen Schuljahr, „Gemeinsamer Auftakt“ = Treffen / Nachschulung aller Busbegleiter.
Dazwischen regelmäßige Treffen der Projektbeteiligten.
Das Projekt wird auf der Homepage der Realschule Altensteig dargestellt unter: