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Gewaltfreie Schule

Realschule wird f.ü.r. –sorglich und EIGEN-SINNig

Mobbing ist ein oft totgeschwiegenes Problem an Schulen, in Ausbildungsangeboten und am Arbeitsplatz. Dabei hat Mobbing nicht nur psychisch schlimme Folgen, es macht auch körperlich krank und raubt den Opfern oft Kraft, Freude und Lebensmut.

„Wir sind eine ganz normale Schule, nein wir sind eigentlich eine Schule an der man in vielen Bereichen von einer heilen Welt sprechen kann“, so der Rektor der Realschule Klaus Ramsaier. Aber Inseln der Glückseeligen in einer zunehmend verrohenden Welt gibt es auch im Schwarzwald nicht. Vor allem in der Pubertät suchen sich Jugendliche Ventile, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Manche glauben, dass das Herauslassen von Aggression diese abbauen könnte, aber das Gegenteil ist der Fall. Diese Aggressionen müssen dabei keinesfalls körperlicher Art sein. „Wir haben keine nennenswerten Gewaltvorfälle an den Altensteiger Schulen“, bekräftigt Ramsaier, „aber Fälle von Mobbing treten immer wieder auf und dem wollen wir nun nachhaltig und professionell begegnen“. Dazu trägt das Schulkonzept einer gewaltfreien Schule bei und schon in den letzten Jahren wurde daran intensiv gearbeitet z.B. mithilfe der Streitschlichter. Nun wurde mit dem Verein“ f.ü.r – Freunde üben Rücksicht“ und der Akademie EIGEN-SINN zwei kompetente Partner ins Boot geholt, die die Schule in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Das f.ü.r Team wird dabei in den Klassen 5 und 6 eingesetzt, aufbauend darauf arbeitet Alexander Fix und sein Team mit den siebten Klassen. Davon profitieren auch die Lehrer, denn die Klassenlehrer sind bei jedem Workshop dabei.

f.ü.r ist ein Verein von Eltern, der auch seine Wurzeln in Altensteig hat, aber inzwischen in der ganzen Bundesrepublik seine Hilfe anbietet. Das Ziel des Projektes ist es, die Klassengemeinschaft zu stärken und destruktives Verhalten abzubauen. Das Thema soll dabei auf möglichst kreative Art und Weise beleuchtet werden. Die Vereinsmitglieder sehen im Kampf gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft unter Kindern in erster Linie eine erzieherische Aufgabe der Eltern. Deshalb wollen sie nicht nur auf schulinitiierte Präventionsprojekte warten, sondern verantwortlich Schule mitgestalten. Die Projektmitarbeiter versuchen, in spielerischen Übungen den Schülern wichtige Zusammenhänge zu verdeutlichen und ihnen Mut zu machen, anders- nämlich bedachter und friedfertiger- zu handeln.

Die Akademie EIGEN-SINN strebt mit ihrem Coolness-Training an, dass Schülerinnen und Schüler verantwortlich mit ihren Mitschülern umgehen. In den Trainings werden insbesondere Ursachen von aggressivem Verhalten besprochen und anschließend gemeinsam mit den Jugendlichen analysiert. Zielsetzung ist es dabei, den Konflikt auf verbaler Ebene oder mit Hilfe von Rollenspielen zu lösen. Die Teilnehmer setzen sich dabei ehrlich mit ihren Stärken und Schwächen, sowie mit ihrer Rolle in der Klasse auseinander. Um die Inhalte zu vermitteln setzt Fix auf Rollenspiele, Gespräche, Teamkoordinationsspiele sowie Vertrauens-, Konfrontations-, Entspannungs- und Visualisierungsübungen.

Beide Konzepte finden nun ihren Eingang ins Schulcurriculum und werden jährlich wiederholt. Schon jetzt sehen alle Beteiligten das Konzept nicht nur als Bereicherung für das Konzept der gewaltfreien Schule, sondern weit darüber hinaus auch für die weitere Entwicklung der Jugendlichen.

Streitschlichter

Streitschlichtung
Die Realschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Schülerinnen und Schülern einen gewaltfreien Schulalltag zu ermöglichen.
Als präventive Maßnahme bzw. als Maßnahme für eine gewaltfreie Schule stehen ausgebildete Streitschlichter sowie Busbegleiter und natürlich die Verbindungslehrer als Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Die Streitschlichter sind ein ganz wesentlicher Beitrag zu diesem Konzept. Sie führen Konfliktgespräche durch, vereinbaren Verhaltensregeln und überprüfen, ob diese auch eingehalten werden. In das Konzept der Gewaltfreien Schule gehören ebenso die Maßnahmen zur Gewalt – bzw. Mobbingprävention, die im Pool ihren Platz finden.
Nachdem an den Schulen Ende der 90er Jahre in zunehmendem Maße Probleme damit entstanden sind, wie Kinder und Jugendliche miteinander umgehen, wie sie Unstimmigkeiten bewältigen und wie manche Schüler gemobbt werden, haben wir seit dem Frühjahr 2001 an unserer Schule Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet.
Der Grundgedanke ist, dass Schüler, die nicht miteinander zurechtkommen, rechtzeitig die Hilfe eines Streitschlichters in Anspruch nehmen können und zusammen mit ihm eine einvernehmliche Lösung finden. Schüler, die bereits ernsthafte Auseinandersetzungen hatten, werden also nicht einfach nur bestraft, sondern suchen gemeinsam nach einem Ausweg.
Die mittlerweile langjährige Praxis an unserer Schule zeigt uns erfreulicherweise auch durch vielfältige Rückmeldungen, dass dies tatsächlich gelingt und die Ziele der Streitschlichtung immer mehr Früchte im Schulalltag tragen.

Im Folgenden werden die wichtigen Punkte zur Mediation genauer beschrieben werden:

Ziele der Streitschlichtung durch Schüler,Stärkung des Selbstvertrauens und SelbstwertgefühlsVerbesserung der Schüler-Schüler-Beziehungen, Steigerung der Schülerselbstverantwortung,Verbesserung der Streitkultur in der Schule,Streitschlichtung als Gewaltprävention in unserer Schule,Steigerung der sozialen KompetenzVerbesserung der Kommunikation in Konfliktsituationen unter den Schülern.
Ausbildung zum Streitschlichter
Ausgebildet und betreut werden die Streitschlichter von zwei Lehrkräften (Frau Körber und Herr Junger, ab September 2011 Herr Lude). Während der gesamten Zeit, in der die Schüler als Streitschlichter tätig sind, stehen die Lehrkräfte jederzeit zur Verfügung.
Schüler, die sich bereit erklären, werden ab Ende Klasse 7 von den betreuenden Lehrern in einem 12-stündigen Kurs zu Streitschlichtern ausgebildet.

Im Folgenden werden die Ausbildungsinhalte gezeigt
Tag 1: Training zum aktiven Zuhören
Zuhören /aktives Zuhören und verständnisvolles Reagieren als wichtige Kompetenzen eines Streitschlichters.
à Schulung durch vielfältige Übungen.
Tag 2: Theoretische Grundlagen / Definitionen Konflikt und Streit
Rollenspiele zu Konfliktsituationen: Wie kann ich einen Streit vermeiden?
Eisberg-Modell: Die nicht sichtbare Seite eines Konflikts, Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten.
Tag 3: Übungen zum Schlichten
Eigenschaften eines Streitschlichters, Rollenspiele zum Ablauf einer Streitschlichtung.

Die Streitschlichter treffen sich regelmäßig mit den betreuenden Lehrern und reflektieren ihre Einsätze, finden Lösungen für Probleme und besprechen Verbesserungsvorschläge.